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Der Klangweg ist das touristische Zugpferd
Im Rahmen der Saisoneröffnung 2011 wurden zwei neue Klanginstallationen
präsentiert: Das «Heulvelo» von Heinz Bürgin und der «Klangschalenbaum»
von Jörg Schiess und Ferdinand Rauber. Der Klangweg ist aber nicht nur ein Kunstobjekt,
sondern ein «wirtschaftliches Projekt mit kulturellem Inhalt», mit einer
wichtigen Bedeutung für die Region Toggenburg.
Gemessen an den Besucherzahlen hat sich der Klangweg zwischen Sellamatt und dem Wildhauser Oberdorf prächtig entwickelt: Im Jahr nach dessen Eröffnung wurden zirka 2000 Besucher gezählt. Im vergangenen Jahr lockte er bereits rund 40'000 Menschen an. Dadurch fungiert er als das wirtschaftliche Zugpferd der Klangwelt. An der gestrigen Saisoneröffnung zeigte sich deshalb der Präsident der Klangwelt, Hans Bütikofer, stolz: «Der Klangweg ist unser Glanzstück», sagte er. Es müsse deshalb auch künftig eines der wichtigsten Anliegen sein, ihn zu erhalten und mit neuen Ideen aufzuwerten. Nur so könne die Attraktivität für Touristen gewährleistet bleiben.
Mit hohem Stellenwert für die Region
Per Definition sei der Klangweg nämlich nicht nur ein Kunstobjekt, sondern ein «wirtschaftliches Projekt mit kulturellem Inhalt», mit einer wichtigen Bedeutung für die Region Toggenburg. Lobende Worte aber auch für das Erlebnis: «Der Klangweg bietet einen hervorragenden Einstieg in das weitere Angebot», so Bütikofer. Nebst dem Wandern und dem Ausprobieren der Instrumente könne auf dem Klangweg erlebt werden, was der Begriff «Klangwellness» wirklich bedeute: Nämlich in der Natur zu sein und hinzuhören, was diese klanglich bereithält. Im Rahmen der Saisoneröffnung wurden auch zwei neue Klanginstallationen präsentiert: Das «Heulvelo» von Heinz Bürgin und der «Klangschalenbaum» von Jörg Schiess und Ferdinand Rauber.
Noch ein «Baum» ob Wildhaus und eine Attraktion zum Heulen
Eine Menschengruppe ist unterwegs auf der mittleren Etappe des Klangwegs zwischen Iltios und den Schwendiseen. Im Gehen werden angeregte Gespräche geführt, die sich mit Schellengeläut und Vogelgezwitscher vermischen. In diese «Suppe» aus Geräuschen ergiesst sich plötzlich ein lautes Heulen. Klingt entfernt nach Alphorn. «Das ist wahrscheinlich ein wildes Tier», scherzt einer. Beim Näherkommen steht es da, ein – inzwischen wieder führerloses – Velo. Es hat einen Sattel, zwei Pedale und eine Lenkstange. Für Räder hat es nicht gereicht. Nun ja, zumindest eine Felge ohne Pneu ist vorhanden.

Die beiden neuen Instrumente auf dem Toggenburger Klang-Weg: Der Instrumentenbauer Heinz Bürgin führt sein «Heulvelo» vor, Perkussionist Ferdinand Rauber präsentiert den «Klangschalenbaum»
Von Kinderspielzeug angeregt
Das «Heulvelo» des Instrumentenbauers Heinz Bürgin aus Lichtensteig ist eine der beiden neuen Attraktionen auf dem Klangweg. Tritt man in die Pedale, so dreht sich über dem Kopf die Felge mit einem eingespannten Schlauch. Durch die Zentrifugalkraft wird die Luft im Inneren des Schlauches herausgeschleudert und gleichzeitig von hinten wieder neue Luft angesaugt. Kurz: dann heult’s. Je nach Tretgeschwindigkeit verändert sich die Tonhöhe und mit etwas Übung lässt sich sogar eine Tonreihenfolge «spielen». Bürgin, der schon die «Klangmühle» geschaffen hatte, liess sich für sein wehklagendes Fahrrad von einem Kinderspielzeug inspirieren.
Die zweite Neuerung auf dem Klangweg hat der Perkussionist Ferdinand Rauber aus dem Neckertal gemeinsam mit Jörg Schiess aus Stein AR beigesteuert: Der «Klangschalenbaum» besteht aus vier aufeinander abgestimmten, mit Wasser gefüllten Klangschalen aus Stahl. Werden diese mit dem Hammer angeschlagen, bietet sich ein Schauspiel für alle Sinne: Neben dem Klang sollen auch die Wasserbilder bestaunt werden, die durch die Vibrationen entstehen und ausserdem können mit den Händen die Schwingungen aufgenommen und gespürt werden. Hergestellt wurde er von Tobias Lenggenhager aus St.Gallen.
Text und Bilder: Christopher Eggenberger
(c) Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung Verlag Werdenberger & Obertoggenburger
Datum: 31.05.2011 14:32




