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Hackbrett hat noch Potenzial
«Die etablierten Hackbrettbauer in der Ostschweiz zu konkurrenzieren, ist sicher nicht unser Ziel.» Hierin sind sich die Beteiligten beim künftigen Hackbrett-Kompetenzzentrum im Obertoggenburg einig. Fredi Zuberbühler, Musiker und Hackbrettdesigner: «Vom Markt her braucht es keine zusätzlichen Hackbrettbauer, die bestehenden können den Bedarf locker decken.» Im Hackbrettatelier über der zurzeit entstehenden Schellenschmiede im Alt St.Johanner Haus zur Mühle soll ein Zentrum der kulturellen Bedeutung des Hackbretts und seiner mit ihm verwandten Instrumente entstehen.
Mit modernsten Messgeräten
Peter Roth, Spiritus Rector der Klangwelt Toggenburg und Initiant der Klangschmiede: «In der Schellenschmiede im Parterre wird die Kultur der geschmiedeten Klangkörper gepflegt, weiterentwickelt und vermittelt. Dasselbe geschieht ein Stockwerk darüber mit Klangkörpern aus Holz. » Hier sollen Kurse, Seminare und Ausstellungen zum Thema Hackbrett, Halszither oder Cembalo stattfinden. Es soll, so Roth, das Wissen um die Geschichte, das Spiel, den Bau und die Weiterentwicklung gesammelt, dokumentiert und vermittelt werden. Gar eine kleine Forschungsabteilung ist geplant. Roth: «Hackbrettbauer und Klangwissenschaftler können hier das Hackbrett mit modernsten Messgeräten erforschen. Das wird zur weiteren Entwicklung des Instruments beitragen.»

Der Werkstattchef und sein Konstrukteur: Baldur Stocker (links) und Fredi Zuberbühler stecken mitten in den Vorbereitungen für die Eröffnung des Klangwelt-Hackbrettateliers.
«Das Hackbrett erlebt seit ein paar Jahren einen regelrechten Boom in der Ostschweiz», sagt Fredi Zuberbühler, «aber ausgereizt ist es trotzdem noch nicht, es liegt noch viel Potenzial in ihm.» Zuberbühler hat sich dem Design des Hackbretts verschrieben. Er zeichnet die Pläne, errechnet Form, Kräfte und Statik. Gebaut werden Zuberbühlers Hackbretter vom Möbelschreiner Baldur Stocker, Sohn des Vorderländer Hackbrettbauers Helmut Stocker. Stocker ist Jazz-Bassist und Mitglied im Trio Anderscht, wo Zuberbühler neben Andrea Kind Hackbrett spielt. Die Kombination Musiker-Instrumentenbauer ist auch bei anderen bekannten Hackbrettbauern Kompetenz-Garant: Werner Alder, Johannes Fuchs oder Marc Ramser aus Riggisberg bei Thun sind die bekanntesten Namen in der Szene.
Hohe Ansprüche
Baldur Stocker übernimmt im Hackbrettatelier der Klangwelt die Rolle des Werkstattchefs. Er werde im Atelier nicht Hackbretter ab Stange bauen: «Wir arbeiten jedoch an einem umgänglichen und einfachen Schulmodell.» Der Werkstattchef wird Kurse, Gasthandwerker und Ausstellungen betreuen, Know-how sammeln und dokumentieren und mit Fredi Zuberbühler an der Verbesserung der akustischen Eigenschaften experimentieren. Stocker ist seit Wochen dabei sich auf die Aufgabe vorzubereiten. In seinem eigenen Atelier in Wald baut er nach Plänen Zuberbühlers die ersten Stocker-Hackbretter. «Wir werden nur erstklassiges Material einsetzen. Es muss unseren eigenen Ansprüchen genügen, und die sind sehr hoch.» Mondholz aus dem Bergün ist ein Stichwort, selbstverständlich FSC-zertifiziert, sagt Stocker, «und selbstverständlich die besten von Hand hergestellten Saiten.» Die Schmiede dazu liegt ab April nächsten Jahres gleich eine Etage tiefer.
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Fotos und Text: Michael Hug. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung Toggenburger Tagblatt.
Datum: 22.11.2010 08:31




