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Noch machen Handwerker und Wasser den Klang
Derzeit sorgen die Handwerker für den richtigen Klang und dafür, dass aus dem Haus zur Mühle in Alt St.Johann die Klangschmiede wird. Die Arbeiten verlaufen nach Plan, versichern die Verantwortlichen.
Dennoch, das Ziel ist ambitiös: Am Wochenende von 2. und 3. April
2011 – der offiziellen Eröffnung – sollen die Kohlen unter der Esse in der
Klangschmiede erstmals brennen, das Wasser das oberschlächtige Wasserrad mit
einem Durchmesser von 4,6 Meter Durchmesser antreiben, so dass mittels
Transmissionsriemen die Schmiedehämmer das glühende Eisen schlagen – und ein
zusätzlicher Generator gleich auch noch Strom erzeugt.

Zufrieden mit dem Baufortschritt: Alois Ebneter, Projektleiter Klangmühle, und Bauleiter Bernhard Güttinger im Zimmer der «Tapeten», die teilweise erhalten bleiben.
Hangwasser
«gefasst»
Noch
ist es aber nicht soweit. Derzeit laufen die Arbeiten an der Fassade auf
Hochtouren, Maler und Zimmermann legen mächtig Hand, Pinsel und Maschinen an.
«Es läuft nach Plan», sagt Bauleiter Bernhard Güttinger aus Nesslau, der
vorerst froh ist, dass das Hangwasser hinter dem Haus bereits «gestoppt» werden
konnte. Eine Sickerungsleitung hilft, dass das Mauerwerk trocken gelegt wird.
Das Wasser derselben fliesst in den daneben fliessenden Bach.
In
den Bach, dessen Wasser nachgewiesenermassen ab dem 8 Kilometer entfernten
Zwinglipass unter der Erde talwärts fliesst und nur wenige Meter neben dem Haus
frisch aus einer Quelle sprudelt. Und dieses wird das neue Mühlrad aus Metall
antreiben, mit 120-Sekunden-Liter und den 4,6 Metern Gefälle.
4,6 Meter Durchmesser: Hier wird sich das neue, oberschlächtige Wasserrad drehen und für Antrieb und Strom sorgen.
«Schindeln» für attraktiven Betrieb
Noch ist es nicht soweit. Derzeit beherrschen Maler und Zimmermann den Bau, an der Fassade wird gewerkt. Ein Blick rundherum mit Alois «Wisi» Ebneter, dem Projektleiter Klangschmiede und Stiftungsrat KlangWelt Toggenburg, und Bauleiter Güttinger zeigt, das bald einmal geschindelt werden kann. «Auf drei Seiten werden 210 Quadratmeter handgespaltene Holzschindeln verarbeitet», erklärt Güttinger, «vor Wintereinbruch sollten wir damit wie auch mit dem Malen der Frontfassade fertig sein.»
Rund 50'000 Franken sind mit der «Schindelaktion» bereits zusammengekommen, was gerade so reiche. Das freut Ebneter, «aber wir freuen uns, wenn weitere Spenden eintreffen, auch im Hinblick auf den Betrieb sind wir froh, wenn uns die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen», so Ebneter, je mehr «Schindeln» man verkaufe, desto attraktiver könne dann der Betrieb gestaltet werden. Weitere Investitionswillige können bei KlangWelt Toggenburg in Unterwasser (www.klangwelt.ch) oder per Telefon 071/999’19’23 symbolisch Schindeln erwerben.
Der Ambos fast bereit
Beim Gang durch das Haus, das «dort, wo es sich lohnt, im Originalzustand sanft renoviert, sorgfältig umgebaut, und wo es Neues braucht auf eine neue Art ergänzt wird», so Güttinger, ist der Aufbruch zur Klangschmiede (ehemaliger Gefrierraum), zum Shop (früher Bäckereiladen), zur Hackbrettwerkstatt – da wo der Backofen stand – Studios und Büroräumlichkeiten überall sichtbar. Und ein erstes Werkzeug steht auch schon bereit: der Ambos, wenn auch noch wacker verstaubt.
Von
der Backstube zur Musikwerkstatt: Noch sieht man nicht, dass hier dereinst auch
Kurse im Hackbrettbau stattfinden.
Und
wo dereinst die Hausorgel ertönen soll, «hausen» alte Schränke und Bettstatt.
Aber Ebneter ist zuversichtlich. «Wir haben regionale Handwerker, die ihr
Metier verstehen, und man spürt, dass auch sie mit viel Liebe zum Detail diesem
denkmalgeschützten Haus neues Leben einhauchen wollen», so Ebneter.
Das
Haus wurde erstmals urkundlich 1536 erwähnt als Haus zur Mühle in Alt
St.Johann. Es gehörte zum Kloster Alt St.Johann. «Die lange Geschichte dieses
Hauses soll auch in einer Publikation aufgearbeitet werden», verrät Alois
Ebneter. Der Ebnat-Kappeler Historiker Jost Kirchgraber arbeitet sie minutiös
auf.
Chance und Freude zugleich
Und wenn das Haus am ersten Aprilwochenende des kommenden Jahres eröffnet wird, dann hat die KlangWelt Toggenburg eine feste Heimat. Und die St.Galler Kulturchefin, Regierungsrätin Kathrin Hilber, ist heute wie am Spatenstich im Februar überzeugt, dass «die Klangschmiede das Gesamtangebot der KlangWelt hervorragend ergänzt und der Region ein einmalig grosse Chance bietet.»
Das
freut natürlich auch den «spiritus rector» der KlangWelt, Musiker Peter Roth.
Er freut sich, dass die langjährige Idee einer Toggenburger Schellenschmiede
realisiert werden kann. «Es gibt nur noch einen Schellenschmied im Tirol, und
nun können wir dieses fast verloren gegangene Handwerk am Leben erhalten», so
Roth, als die Klangschmiede noch eine reine Idee war. Jetzt sieht er der
Erfüllung eines weiteren Klang-Traumes entgegen.
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Kosten von 2,37 Millionen Das Gesamtbudget für die Klangschmiede Alt St.Johann beträgt 2,37 Millionen Franken. Mit 180'000 Franken aus Lotteriefondsgelder beteiligt sich der Kanton am Umbau, 133'000 Franken steuert er aus dem gleichen Fonds an die Rekonstruktion des Mühlrades bei (Gesamtkosten 188'000 Franken). Der Kaufpreis der Liegenschaft beträgt 420'000 Franken, und über 1,5 Millionen Franken kommt von Stiftungen, Privaten und aus Sponsoringaktionen. Die ehemalige Gemeinde Alt St.Johann hat insgesamt 180'000 Franken beigesteuert. |
Text und Bilder: Reto Neurauter
Datum: 23.09.2010 12:51




